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Archive for Februar 2008

Alain Robbe-Grillet
*18. August 1922 , Brest                      +18. Februar 2008, Caen

„Ein monstre sacré, ein heiliges Monster, wie die Franzosen in liebevoller Drastik ihre ganz Großen nennen, ist abgetreten.     (…)         Man muss ihn gehört haben, wie er da locker-lässig die elaboriertesten Literatur-Weisheiten von sich gab, präzise in Wortwahl und Grammatik bis hinein in den Subjonctif II.“
Die Welt

„Robbe-Grillet wurde von der Literaturkritik als „Papst des Nouveau Roman“ verehrt – jener in Frankreich in den 1950er Jahren entstandenen experimentellen Literaturform.“
Berliner Literaturkritik

… ich schau mir jetzt ‚Letztes Jahr in Marienbad’ an,… wieder und wieder und wieder.

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IPAF 2007/08Spätestens seit der Veröffentlichung Alaa Al Aswanys ‚Der Jakubijan Bau‘ (Rezensionen: Deutschlandfunk, Perlentaucher, Poetenladen, Marabout) (und dessen Verfilmung) findet die arabische Literatur auch wieder in Europa grösseres Interesse.

Dieses Jahr ist es nun soweit, es gibt den Interationalen Preis für Arabische Literatur (IPAF) zur Feier zeitgenössischer arabischer Literatur. Ins Leben gerufen von der Booker Prize Foundation, der Emirates Foundation und dem Weidenfeld Institute for Strategic Dialogue wurde er 2007/08 das erste Mal ausgeschrieben. Nomiert wurden Ende Januar Jabbour Douaihy (Lebanon) für June Rain, Elias Farkouh (Jordanien) für The Land of Purgatory, Khaled Khalifa (Syrien) für In Praise of Hate, May Menassa (Lebanon) für Walking in the Dust, Mekkaoui Said (Ägypten) für Swan Song und Baha Taher (Ägypten) für Sunset Oasis.

Dass die arabische Literatur noch immer unter ganz eigenen Spannungsbögen leidet, zeigt sich auch im Schicksal der nominierten Texte. Kaled Khalifas In Praise of Hate ist seit seiner Veröffentlichung in seinem Heimatland Syrien verboten. Es erzählt von der Sehnsucht der Syrischen Gesellschaft nach Demokratie während der Unterdrückung durch islamitische Organisationen und deren brutale Niederschlagung in Hama im Februar 1982. Khalifa versucht damit eine Kritik an religös motivierten politischen Ideologien zu formulieren  (“There is fierce and direct criticism of sectarianism which produces the culture of hatred.” Kalifa zitiert in der Times, 1 Feb 08).

Ob eines der nomierten Bücher es auf die deutschen Regale schafft, ist ungewiss. Bisher gibt es die Titel noch nicht einmal auf Englisch. Sigrid Rausing (Billionärsenkelin und Besitzerin von Granta Books) hat allerdings inzwischen angekündigt eine Übersetzung des Gewinnertextes ins Englische zu finanzieren.

Der Gewinner wird am 10. März im Zuge der Buchmesse in Abu Dhabi auserkoren.

Wer Anregung zu Literatur aus und über Arabien (und Afrika) sucht, dem sei die Marabout Seite mit ihren Rezensionen und Autorenporträts empfohlen.

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96 das fremde buch in mirdie schreibenden unter uns werden sich schon einmal in dieser situation gefunden haben: man setzt sich ein pensum, beginnt zu schreiben, in welche richtung weiss man noch nicht – manch einer mag das sogar die grundlage der literatur nennen, denn weiss man als autor wirklich schon vorher was am ende dabei raus kommt? – und dann wird man mitten in der entwicklung dieses schwerwiegenden gedankens, der austüftelung verbal manifestierter gedanken, ganz unvermittelt und ohne warnung unterbrochen. das telefon klingelt, der postbote ist an der tür, die kellnerin fragt schon zum zwölften mal – äusserst höflich, ohne frage – ob alles beim rechten sei, die katze springt auf den tisch, oder der tisch wackelt gar.
96 seiten hatte sich armin baumgartner vorgenommen und 96 seiten lang beschreibt er den kampf seiner gedanken gegen das wackeln des tisches, den, in abwesenheit von bierdeckeln, aussichtslosen kampf. und zwischen den wacklern schreibt er literatur.

„und das geschieht alles sehr zu meinem erstaunen. ich kann also das wort mit meinen innenaugen beobachten, so als ob es sich hierbei um eine spinne handelt, wie es sich da aus meinem innenmund lautlos herausschleicht. und das sehe ich dann alles, innen und aussen und zu jeder tages- und nachtzeit. da hab ich dann ein nachtsichtgerät auf, ein innerliches, ein gedankliches. ein ziviles gedankennachtsichtgerät, mit dem ich sogar den gedankenfaden bei völliger dunkelheit sehen könnte. und danach gerät also dieses mein wort, mein gedankennachtsichtgerätwort, in eine wortverkehrshölle. da kommen fremde wörter von vorn und von hinten, die liegen auch einfach herum, gehören dem und dem, vielleicht denen am nachbartisch, und es kommt mitunter zu einem konflikt zwischen meinen und den anderen, wobei ich sagen muss, dass ich meinem wort dabei irgenwie schon weiterhelfen könnte. aber nein, ich sitze da, tue nichts und schau mir das gemütlich an.“ (S. 34)

das ist doch keine literatur, mögen sie sagen. aber darauf kann ich nur mit baumgartner antworten:

„was ist denn das überhaupt, die literatur. ist es das beschreiben dessen, was hinter dem ist, was ist, wenn das, was ist, so ist, dass es nicht das ist, was es für das, was dahitner ist, vorgibt zu sein.“ (S.65)

alles in allem sehr lesenwerte und äusserst unterhaltsame 96 seiten. baumgartner schafft es das schreiben (oder war es die literatur?) auf eine wunderbar (österreichische, wie er sicher selbst zugeben würde) art auseinander zu nehmen ohne den („rot-weiß-roten“) faden trotz fehlender bierdeckel und wackelndem tisch je wirklich zu verlieren.  ________________________________________________________
Armin Baumgartner: 96 das fremde buch in mir
Edition Uhudla A, Wien, 2006

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Selekta Library Screenshot Was heute so in Internetforen zur Frage kommt: 

Selekta Library Screenshot 

Selekta:
Book rental service?
was just thinking. my sister does – alot- of reading, and spends like $1000 a year on just books alone. most of them she reads once then never looks at again. is there any kind of like… video rental store but for books? would make things alot cheaper, plus once one person has read one the next person can get enjoyment from it etc.

Ich hab diesen Beitrag inzwischen auf einigen Blogs (z.B. hier (und da gibt’s es noch mehr zu lachen)) und Foren gesehen, konnte aber den Originalpost noch nicht finden.  

… Garfield’s Antwort darauf hier. 

Übrigens:  Credit Crunch? … Büchereibücher zurückbringen nicht vergessen!

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