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Archive for April 2007

Grün

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grünblind.

Ein Mann saß unter dem Ahornbaum und aß ein Butterbrot. Ein Windstoss verbarg ihn hinter einem Vorhang hellgrüner Ahornblüten und legte sich als Teppich vor seine Füße.

Mein Großvater hatte Resedagrün für die Fensterläden vorgesehen, aber mein Vater strich sie Olive.

Ich trat immer härter in die Pedale. Das saftige Grün der Bäume sauste in all seinen Schattierungen an mir vorbei. Strotzend im Frühlingssaft leuchteten die Blätter in den grellsten Farben. Ich hörte sie schreien: Fortpflanzung!

Frisch geschnittenes Gras erinnert mich stets an zuhause. Kurz nach dem Mähen will ich mich hineinlegen und die Enthauptung der Natur feiern. Es ist der Duft eines saftigen Sommers.

Grün ist wie Jimmy Guiffres 1961.

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Donnerstag, Tag 116 2007 AD

Der Kalender sagt:

Traditionally, on this date Noah’s Ark came to rest as the flood abated.

Es war ein sonniger Tag, nach Wochen des Sturms und Regens brach das Licht kraftvoll durch die Wolkenfetzen. … Vitamin B Mangel, sie stossen mit ein paar Flaschen Bier an,… die Giraffen freuen sich wenigen Halme übriggebliebenen Heus heute sonnengetrocknet essen zu dürfen,…
Und sie sprach: Rettet mich, aus dieser Flut des Unsinns!

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Trellick Tower

Ich wohne in einem Turm. Er steht in Londons Westen, an einer Bahnlinie. Von meinem Fenster kann ich die Züge unten vorbeifahren sehen. Schnellzüge nach Norden. Den Express zum Flughafen. Und die U-Bahn.
Manchmal klebe ich Nachrichten an mein Fenster. Von außen kann man sie durch die Scheibe lesen. ‚Du siehst besser aus mit Bart’. Aber er kann sie nicht sehen. Ich wohne im 12. Stock und er ganz unten. K sieht tatsächlich besser aus mit Bart. Aber den hat er sich vor ein paar Wochen abrasiert.
,Ich wünscht ich könnte fliegen’. Natürlich, wer wünscht sich das nicht? Aber hier oben ist es eben anders, da wünscht man sich das noch mehr. Wenn ich die Wolken sehe, wie sie über den blauen Himmel ziehen und ich unten die Bäume rauschen höre. Wenn ich mich ganz weit über den Balkon lehne, dann kann ich mir vorstellen wie es ist zu fliegen. Da unten sind die Häuser schon ganz klein. Braune Dächer und winzige rechteckige Gärten, mit Holzwänden eingefasst. Jeder hat ein Wäschekarussell im Garten. Im Sommer, wenn sie voll beladen sind, sehen sie von hier oben aus wie riesigen Blumen. Eine in jedem Garten. Bei uns flattert die Wäsche an den Leinen von den Balkons. Wie Girlanden auf einem Geburtstagsfest. Das sieht nett aus, denn sonst ist unser Turm sehr grau. Und bei Regen hat er Schnupfen. An den Balkonen kann man seine Rotznasen sehen. Aber niesen hab ich ihn noch nicht gehört. Auch wenn der Lift manchmal komische Geräusche macht.
P sagt, das ist das Alter. P sitzt unten in dem kleinen Glaskasten und passt auf, wer rein und raus geht. Der Turmwächter. Er wohnt aber nicht hier.
Vielleicht könnte man ein großes Tuch vom obersten Stock bis nach unten spannen. Wie ein Segel. Ich stelle mir vor wie unser Turm über die Stadt schwebt. Ein Turmsegler. Aber Herr K im dritten Stock sagt, das ist Quatsch. Das Gebäude sei viel zu schwer. Was wiegt so ein Turm? Unserer ist sicher besonders schwer. Alles aus Beton. Wenn ich vor die Türe trete laufe ich einen Betonbalkon entlang und über eine Betonbrücke zum Liftschacht aus Beton. Der Lift hat einen eigenen Turm. Mit dem Treppenhaus zusammen. Und in jedem zweiten Stockwerk sind die beiden Türme über eine Betonbrücke verbunden. Eineinhalb Türme. Mutterturm und Babyturm. Sie halten sich die Hände.
Ich wohne gerne hier. Wir kennen fast jeden hier. Wir sagen Hallo wenn wir uns sehen. Und wenn mal kein Waschpulver da ist, gehe ich zu Frau S und borge welches.
Frau S wohnt über uns und die wohnt am längsten hier. Neuzugänge gibt es selten. Vor ein paar Wochen ist im siebten Stock jemand neues eingezogen. Ein Pärchen. Mittelalt. Ich hab ihnen noch nicht Hallo gesagt. Sie haben weiße Stühle und ein rotes Sofa mitgebracht. Unser Turm ist in Mode. Jahrelang hat sich keiner gekümmert. Sie haben ihn ‚brutal’ genannt und wollten ihn in die Luft sprengen. Aber jetzt zeigen sie Fotos von ihm in glänzenden Magazinen und die Leute schreiben Geschichten über uns. Vielleicht wird unser Turm berühmt. Dann bekommen wir alle eine Medaille. Und die Queen kommt uns besuchen.

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Stillstand

Sie saß im leeren Raum ihres Lebens. Aus der Dämmerung sah sie die Flugzeuge vor dem Fenster im Sonnenuntergang landen. Dort draußen bewegte sich das Leben, hier drinnen surrten die Fliegen um die Lampe.

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The lake

“It’s choppy out there on the Serpentine today.”

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Der Vorhang

Sie saß neben mir im Schatten der Mauer. Wir unterhielten uns seit einer Weile als ich sie fragte, was sie mache. Sie drehte ihren Kopf zu mir, schob die Insektenaugen ihrer Sonnenbrille in ihre blasse Stirn und sagte: „Ich male.“
„Interessant“, antwortete ich ihr und blinzelte in die Sonne. „Und was malst du gerade?“
„Einen Vorhang“
Ich nickte. „Und was war deine Inspiration dafür?“
„Ich arbeite viel mit Fotografie, mich interessiert wie sich das Bewusstsein verändert zwischen Fotografie und Malerei, wenn man etwas sieht, das man als realistische Repräsentation der Wirklichkeit kennt, aber in einer ungewöhnlichen Textur dargestellt wird. Wenn man unsicher wird, ob das wirklich das ist, woran man sich erinnert, was man tatsächlich gesehen hat. Man kann ja Fotos auch digital manipulieren, aber ich übersetze sie lieber in die Sprache der Malerei.“
„Es ist also ein Bild eines Vorhangs. Nur der Vorhang oder gibt es auch den Fensterrahmen?“
„Nein, nur der Vorhang. Wahrscheinlich würdest du ihn nicht einmal erkennen, es ist nur ein Ausschnitt. Ich habe mit groben Pinselstrichen gearbeitet, um diese Übersetzung des Bewusstseins stärker hervorzuheben.“
„Mmh. Und was sagen die Kritiker?“
„Och, einer meinte ich hätte sein Bewusstsein blockiert. Der geschlossene Vorhang, der jeden Durchblick verhindert, er würde die Durchlässigkeit des Bewusstseins zwischen Fotografie und Malerei, Realität und Repräsentation entgegenwirken.“
Wir nahmen einen Schluck Bier und schwiegen eine Weile.

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The common hero

She was a youth worker and I am looking at the lamppost of sere flowers commemorating her sudden, brutal death at the hand of a social outlaw near Victoria Station.

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