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„Freiheit ist das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.“
George Orwell

Der George Orwell Preis ist wohl der angesehenste Literaturpreis für politisches Schreiben im angelsächsischen Sprachraum. Der diesjährige Gewinner ist Andrew Brown für sein ‚Fishing in Utopia: Sweden & The Future That Disappeared’ (Granta, 2008).

Interessanter ist jedoch, dass es dieses Jahr wieder einen ‚Special Prize‘ gab, und, der ging an einen Blogger, einen Polizeibeamten und seinen Blog Night Jack.

“For London you would be right but this phenomenon of the evil poor has spread so that not a town in England does not have it’s unfair share of Kappa clad, drugged up, workshy, wasters swaggering through the town centre streets with a can of lager in the one hand and a bull mastiff on a string in the other. They aren’t out looking for a job or a chance in life let alone a wash. They are just looking to do you over, nick your stuff, sell you stolen stuff and drugs, take the next drugs and collect the next dole. (…)The evil poor are now with us everywhere. So how are the rest of you planning to deal with them?” (April 2008)

Mrs Darwin

7 April 1852.
Went to the Zoo.
I said to Him—
Something about that Chimpanzee over there reminds me of you.

Carol Ann Duffy

Sich Carol Ann Duffy, mit dem Lorbeerkranz winkend, als versificator regis vorzustellen, bedarf es einiger Fantasie. Sie ist die erste Frau (und die erste Schottin), die in der langen Reihe neben Chaucer, Wordsworth, Tennyson, Betjeman, et al Platz nimmt und sie wird die alten Herren sicher etwas aufmischen. Andrew Motion (Poet Laureat 1999-2009) meinte er habe erst gegen Ende seiner Amtszeit wieder Licht am Ende des Tunnels gesehen. Hoffen wir, Carol Ann Duffy wird es nicht so ergehen. 630 Flaschen Sherry helfen da auch nicht.

Prayer

Some days, although we cannot pray, a prayer
utters itself. So, a woman will lift
her head from the sieve of her hands and stare
at the minims sung by a tree, a sudden gift.

Some nights, although we are faithless, the truth
enters our hearts, that small familiar pain;
then a man will stand stock-still, hearing his youth
in the distant Latin chanting of a train.

Pray for us now. Grade 1 piano scales
console the lodger looking out across
a Midlands town. Then dusk, and someone calls
a child’s name as though they named their loss.

Darkness outside. Inside, the radio’s prayer –
Rockall. Malin. Dogger. Finisterre.

Carol Ann Duffy

Ballard dead

shepperton

R.I.P

JG Ballard

15 November 1930 – 19 April 2009

“This is the trouble with being a writer, as you know, you never see your readers. I’ve never seen anybody reading a book of mine. But I used to do one or two book-signings. I gather they’ve faded out. And I’ve never been to a big literary convention. As a result – I mean, who reads my stuff? I don’t know.”

(JG Ballard in an interview with Toby Litt, July 2006)

So, there is the Bayeux Tapestry and the one Carole King sung (and just re-released), and then… there is Kate Westerholt.

when-i-was-by-kate-westerholt

… I feel inspired to pursue a little needlework myself. Stichin’ Bitch.

Ein Jahr lang textwerk-Seminar am Literaturhaus München endeten am 1. April mit sieben Minuten Lesung. 160 Zuhörer. Das Wetter hat doch noch aufgeklart. Kein Witz.

„Am nächsten Morgen riss ihn sein Wecker aus dem Schlaf. Verwirrt sah er sich um, bis sein Blick auf das Bild der ‚Gräfin’ an der Wand fiel. Gewöhnlich hörte er mit dem Radiowecker Nachrichten, während in der Küche das Kaffeewasser per Zeitschaltuhr kochte. Er schob die Gazevorhänge auseinander und die Morgensonne durchflutete das Zimmer. Nach einer heißen Schrankdusche begab er sich in den Salon, in dem die Frühstückstafel wie ein Stillleben vor dem Wintergarten aufgebaut war.

Die alte Frau von gestern schlurfte durch die Vorhalle und begrüßte ihn mit einem freundlich verrückten Grinsen. Sie gestikulierte, er solle Platz nehmen und sich bedienen. Richard strich an der Sammlung fleischiger Grünpflanzen vorbei und setzte sich mit Blick durch die kahlen Bäume zur Donau hinunter. Ein strahlendes Blau lag über dem kalten Morgen. Die Auswahl entsprach nicht seiner Regulären, aber er beschloss, sich in den nächsten Tagen von nichts mehr überraschen zu lassen. Eier, Fischkonserven, Äpfel, Müsli, Toastbrot, Honig und in Aluminiumfolie gewickelte Schmelzkäseecken in fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen. Aus einer Thermoskanne goss er sich Kaffee ein, kräftig und heiß. Als er sich die dritte Scheibe Brot mit Paprikaschmelzkäse bestrich, betrat eine ältere Dame den Salon, nickte ihm höflich zu, und setzte sich ihm gegenüber. Weiterlesen »

keinbockaufblog

Alain Robbe-Grillet
*18. August 1922 , Brest                      +18. Februar 2008, Caen

„Ein monstre sacré, ein heiliges Monster, wie die Franzosen in liebevoller Drastik ihre ganz Großen nennen, ist abgetreten.     (…)         Man muss ihn gehört haben, wie er da locker-lässig die elaboriertesten Literatur-Weisheiten von sich gab, präzise in Wortwahl und Grammatik bis hinein in den Subjonctif II.“
Die Welt

„Robbe-Grillet wurde von der Literaturkritik als „Papst des Nouveau Roman“ verehrt – jener in Frankreich in den 1950er Jahren entstandenen experimentellen Literaturform.“
Berliner Literaturkritik

… ich schau mir jetzt ‚Letztes Jahr in Marienbad’ an,… wieder und wieder und wieder.

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