Szenen polieren. Musik hilft angeblich. Jazz, Gypsy Punk, Radio, – schließlich Brahms Deutsches Requiem. Es erschüttert die Gemäuer, aber jenes illustre Detail spannungsfördernder Handlungsgeometrie, das den Text aus den Regalen der Buchhandlungen katapultieren wird, fehlt noch immer.
Richard ist das Problem. Seit drei Jahren wohnt er in meinem Gästezimmer und ich weiß welche seine Lieblingssalatsauce ist (Zitronen-Vinaigrette mit frischer Petersilie!), aber kenne ich ihn wirklich? Ist er nicht neurotisch genug? Kein wildes Augenbrauenzucken. Oder perverse genug? Keine Vorliebe für laszive Studentinnen. Er hat keine Vorliebe für grüne Äpfel, deren biblische Symbolik ich im letzten Kapitel ersticken könnte.
Vielleicht liegt es doch an der Handlung. Dem Plätschern der Ereignisse. Wo ist mein Sturzbach? Eine Waffe muss her. Großes Kaliber. Oder ein persischer Dolch.
3 Januar 2007
03 Jan 2007 von serendipityscall